Benutzeranmeldung
Das OpenSystem-Modell©
Der Wohlklang eines Orchesters, die Leistung einer Fußballmannschaft, Synergien in einem Team – Erfolg entsteht in sozialen Systemen nicht nur durch optimale Einzelleistungen. Vor allem das harmonische Zusammenspiel der Akteure und das Agieren als Ganzes im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles sind entscheidend.
Erfolgreiche Unternehmen zeigen es: Neben Einzelelemente wie Führungskräfte, Mitarbeiter, Instrumente, Prozesse, etc., sind vor allem deren Vernetzung und die sich gegenseitig beeinflussenden Wirkungen für den Unternehmenserfolg – und damit für den Erfolg jedes Einzelnen – ausschlaggebend. Achtsamkeit und Klarheit sind notwendig, um auftretende Probleme nicht scheinbar „fehlerhaften“ Personen, Strukturen oder Prozessen zuzuschreiben. Denn: In der Regel zeigen sich Probleme in Form von Symptomen, deren Ursachen anderswo zu finden sind. Wer diese systemischen Wurzeln zielsicher aufspürt, kann mit geringem Aufwand entscheidende Veränderungen bewirken.
Das von DI Kambiz Poostchi entwickelte OpenSystem-Modell© unterstützt wichtige Entwicklungsprozesse. Als Denkmodell führt es weg vom Problem, hin zu Ursachen und Lösungen. Es zeigt die Funktionsweise sowie die Kernprinzipien offener sozialer Systeme auf und bietet praxistaugliche Diagnose- und Führungsinstrumente.
Die starken 3
Zugehörigkeit, Achtsamkeit und Ordnung sind drei wichtige systemische Kernprinzipien – sie steigern die Motivation, Effizienz und Effektivität im Unternehmen und bestimmen damit den Erfolg maßgeblich mit.
Kraftquelle „Zugehörigkeit“
Menschen, die sich zugehörig fühlen, entwickeln Sinngefühl, Motivation und Identifikation. Sie gehen für ihr Unternehmen durchs Feuer. Zugehörigkeit setzt jedoch voraus, dass ich mich zugehörig fühlen kann. Klarheit ist gefragt: Wofür steht das Unternehmen oder das Team? Welchem Zweck dient es? Welche Werte und Regeln gelten? Werden Anerkennung und Wertschätzung gegenüber allen Mitgliedern im Unternehmen gelebt?
Kraftquelle „Achtsamkeit“
Das Prinzip der Achtsamkeit bedeutet, mutig und offen Veränderungssignale wie Absatzrückgänge, Fluktuation oder Konflikte anzuerkennen und entsprechend zu reagieren. Das Überleben eines offenen sozialen Systems hängt von seiner Lernfähigkeit und von der Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, ab. Denn: Verdrängte oder tabuisierte Probleme kehren in der Regel rasch zurück – in weit größerem Ausmaß als zuvor.
Kraftquelle „Ordnung“
Ordnung ist notwendig, um als soziales System handlungs- und entscheidungsfähig zu bleiben. Da Unternehmen einen Zweck erfüllen, müssen Funktionen wahrgenommen und Regeln eingehalten werden. Die wichtigste Funktion in einem sozialen System ist „Führung“, die wichtigste Regel lautet „Führung muss führen!“. Im Sinne einer Dienstleistung – für das Unternehmen und im Interesse der Organisation. Zudem gilt es Leistungen sowie die Dauer der Zugehörigkeit im Unternehmen ausreichend zu würdigen.
Blockaden in Systemen
Das OpenSystem-Modell© definiert fünf „Schlüsselstellen“, um Orientierung im Unternehmensalltag zu ermöglichen, Blockaden aufzuspüren und eine lösungsorientierte Unternehmensentwicklung zu forcieren.
1.Input – Information, Energie, Materie
Funktioniert ein elektrisches Gerät nicht, wird in einem ersten Schritt der Kontakt zum Stromnetz geprüft. Auch für ein Unternehmen ist der Bezug zu seinem „übergeordneten System“, in dessen Dienst es sich stellt, äußerst wichtig. Manches Problem im Team taucht auf, weil „von oben“ nicht ausreichend Information und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Manche Unternehmen kämpfen mit Absatzschwierigkeiten, Fehlleistungen oder Demotivation, weil zu wenig Rücksicht auf den wirklichen Bedarf im übergeordneten System (z.B. Gesellschaft) genommen wurde.
2.Systemidentität
Ein starkes Unternehmen basiert auf einer klaren Identität – der „Corporate Identity“. Sie gibt Auskunft, wofür das Unternehmen steht, welche Rolle es im Sinne seiner Verantwortung für das übergeordnete System (z.B. Gesellschaft) einnimmt. Ist dieser Rahmen geklärt, kann die Unternehmensführung definieren, welche Mitglieder das Unternehmen braucht und wie es sich intern organisiert. Erst dadurch entstehen Zugehörigkeit, Identifikation und Motivation.
3.Systemelemente
Eine Organisation ist auf die fachlichen, methodischen und sozialen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter angewiesen, will sie erfolgreich agieren. Darüber hinaus verlangt Kooperation „systemische Reife“. Sie zeigt sich in der Bereitschaft, persönliche Interessen freiwillig hintan zu stellen und sich in den Dienst der Gesamtaufgabe zu stellen – im Wissen, dass der Erfolg des sozialen Systems auch dem Einzelnen zugutekommt.
Die Entwicklung einer solchen aufgabenbezogenen systemischen Reife ist Kern jeder Mitarbeiterentwicklung.
4.Das Beziehungsnetzwerk
Offene soziale Systeme, wie z.B. echte Teams, erbringen durch ihr Zusammenwirken Leistungen, die weit über die Summe der Einzelleistungen hinausragen. Die Basis stellen ein funktionierendes, professionelles Beziehungsnetzwerk, gute Kommunikation, eine klare Zielausrichtung und kooperationsfreundliche Organisationsstrukturen dar.
5.Output – sichtbare Ergebnisse
Soziale Systeme entstehen nicht zum Selbstzweck – sie erfüllen eine Aufgabe im Interesse eines vorab definierten übergeordneten Systems (z.B. Gesellschaft). Ein soziales System, das keinen Output produziert, leidet an „systemischer Verstopfung“. Funktionierende Unternehmen/Teams brauchen deshalb klar formulierte Ziele, eine definierte Produkt- bzw. Dienstleistungspalette, Qualitätskriterien und eine Erfolgsmessung, die mit dem Bedarf im „übergeordneten System“ harmoniert.

